NSU Wankel Spider für Rennen

Nach der Vorstellung des Wankel Spiders auf der IAA im September 1963 begann NSU erst 1964 mit der Auslieferung der ersten Serienexemplare, für die damalige Zeit lief ein Wankel-Spider manchem Mittelklassewagen auf und davon. Doch das dauernde Ausnutzen der maximalen Leistung führte zu Problemen. Unfreiwillig und unbewußt waren die Käufer Versuchsfahrer fürs Werk. Immer wieder gab es Probleme mit den Dichtleisten des Wankel-Aggregats. Der kleine Spider belohnte seine Käufer mit tollen Fahrleistungen. Die vom Werk mit 152 km/h angegebene Höchstgeschwindigkeit übertrafen viele Tester mit dem nur 700 Kilogramm schweren 50-PS-Wagen spielend um etliches. Die Serienleistung wurde im Werk gesteigert, um bei Rennen erfolgreich mitmischen zu können.

Zu den siegreichsten Spider-Piloten gehörte natürlich auch der Altvater in Sachen NSU-Tuning, Siegfried Spiess, der den Renn-Spider besonders beiBergrennen erfolgreich einsetzte.

Für Bodo Kositzke ist der kleine Renner ein alter Bekannter. Der Kfz-Meister hatte als junger Geselle in den 60er Jahren bei einer NSU-Werkstatt den Spider bereits ausführlich kennengelernt. Die Erfahrungen waren damals natürlich nicht nur positiv. ,,Die Kunden meckerten permanent und irgendwie auch zu Recht", erinnert er sich heute. Doch heutzutage sind Probleme, die der Spider aufwirft, Anreiz, dem eigenen Pioniergeist freien Lauf zu lassen. Der Spider ist ein Fahrzeug für Leute, die auch selbst mal ein Spezialteil anfertigen können. Er setzt seinen Spider auch heute noch häufig bei historischen Rennen ein. Die ersten Einsätze verliefen denn auch nicht ohne Probleme. Mal löste sich eine Ölleitung, mal war trotz größerem Kühler und stärkerer Wasserpumpe, die einfach zu hochtourig lief, das Kühlsystem hoffnungslos überfordert. Abhilfe brachte eine vergrößerte Riemenscheibe. Der Öl-Wasser-Gegenstrom-Wärmetauscher wurde durch einen Luft-Öl-Kühler unter dem Wagenboden ersetzt. Am häufigsten machten jedoch die Bremstrommeln Ärger. Sie brachen einfach weg, die Bridgestone-Pneus der Dimension 175/70 hatten einfach zuviel Haftung, deshalb geht er jetzt mit 155/70 R12 an den Start. Fahrwerksmäßig vertraut der Wankel-Fan auf einstellbare Koni-Dämpfer rundum.

Das Kernstück seiner Rarität brachte die Firma Rotech mittels umfangreicher Arbeiten auf 80 PS. Die werksvorbereiteten Wagen brachten es damals auf über 100 PS. Wenn man bedenkt, daß der kleine Motor im Rennbetrieb Drehzahlen zwischen 10000 und 12000 Touren wegstecken muß, wird klar, daß herber Verschleiß vorprogrammiert ist, doch der zweite Motor hält nach der Überwindung der Anfangsprobleme seit langem problemlos.
 

Bild 5.25 Rennspider im Einsatz

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S217.htm, NSU Fahrzeuge, Prototypen und Eigenbauten, G. Geiling , ISBN 3-924043-37-X
30.10.97