17. Internationales NSU-Treffen in Nienburg vom 10.-13.07.97

prinztor

17. Internationales NSU-Treffen in Nienburg vom 10.-13.07.97



Vom 10. bis 13. Juli 1997 fand in Nienburg an der Weser das 17. Internationale NSU-Treffen statt. Ausgerichtet wurde das Treffen vom AMC Nienburg im ADAC und der NSU Prinz I.G. v. 1980 e.V.Mehr 450 Fahrzeuge aller NSU Typen konnten registriert werden. Für Interessierte ist hier auch eine nach Fahrzeugtypen sortierte Teilnehmerliste zu finden. Auf dem Nienburger Festplatz war ein großes Festzelt für die mehr als 800 Teilnehmer und die Gäste aufgestellt worden. Das ausgesprochen sonnige und extrem warme Wetter sorgte für gute Laune und ließ den Flüssigkeitskonsum kräftig steigen.

Blaue NSU Max Blaue NSU Max und Spezial NSU 1200SC Cabrio von Fritz Jetter

Eine bunte Mischung nachfolgender Fahrzeugtypen konnte bewundert werden: NSU-Fahrräder, Mopeds, Motorroller, NSU-Motorräder, NSU Prinz I - III, NSU Prinz 4, NSU Sport-Prinz, NSU Wankel Spider, Prinz 1000 und NSU 1000 , S, L, C, NSU Typ 110 / 1200, NSU TT / TTS im Originalzustand sowie getunte NSU-Vierzylinder, NSU Ro 80, und NSU Sonderfahrzeuge, Eigenbauten und natürlich auch VW-K70-Fahrzeuge, die ja von den NSU-Technikern entwickelt worden waren. Alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit an einem Gleichmäßigkeitswettbewerb für vierrädrige Fahrzeuge teilzunehmen, bei dem es darum ging einen Parcours zweimal möglichst zeitgleich zu durchfahren.

Die Zweirad-Teilnehmer konnten die Beherrschung ihres Gefährts auf einer Geschicklichkeitsstrecke unter Beweis stellen.

Am Samstagvormittag ging es im Troß durch die schöne Gegend rund um Nienburg mit einer Kaffeepause zum Heidelbeer- oder Himbeeressen. Weiter ging es zurück durch die Nienburger Altstadt auf eine Wiese zum Gruppenfoto. Leider erwischten wir nur noch 250 Fahrzeuge für das Foto, etliche nahmen die Abkürzung direkt zurück zum Festplatz. Bei der Hitze war das auch kein Wunder.

NSU Gruppenbild Nienburg 97


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Sonderausstellung Quickly und Wankel

Die Sonderausstellung über die NSU-Quickly-Baureihe, den NSU-Millionenverkaufsschlager in den 50er Jahren und seltene NSU-Wankelmotoren fand lebhaftes Interesse. Bei Vorführungen konnten verschiedene Wankelmotoren auf Prüfständen unter voller Last besichtigt werden. Von den insgesamt nur 2375 zwischen 1964 und 1967 hergestellten NSU-Wankel-Spidern konnten mehr als 50 Stück gezählt werden. Darunter auch Raritäten wie der Zweischeiben-Spider mit Comotor-Antrieb von Mike Fabritius und der erfolgreiche weiße Rennspider von Bodo Kositzke. Ein nachgsteller Scheunenfund mit einem Spider bildeten den Mittelpunkt der Wankelausstellung.

Hier einige Impressionen von der Sonderausstellung:

kkm250v......KKM 250 einbaufertig für den Zweizylinder Prinz IIE v. 1960

Quicklya ......Quickly Sonderausstellung

Wankellogo ...........Das legendäre NSU-Wankel Werkstattschild

...3-Scheiben 20B-Motor im Mazda Cosmo

Rennspider ....Renn-Wankelspider, der auch heute noch eingesetzt wird

Auch das örtliche Publikum erschien recht zahlreich und bekam noch einmal die Chance, die Fahrzeuge wiederzusehen, mit denen es vielleicht selbst seine ersten Fahrerlebnisse hatte. Im Norddeutschen Fernsehen N3, in Radio Niedrsachsen, in Radio Westfalica und sogar im Süddeutschen Rundfunk wurde auf das NSU Treffen mit ausführlichen Berichten verwiesen.

Abends wurde im Festzelt für ein Unterhaltungsprogramm für Jedermann gesorgt. Kompetente Gesprächspartner stehen auf dem Gelände reichlich zur Verfügung.


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Historischer Rückblick über NSU im Jahre 1997:

Von der Gründung bis in die 50er Jahre

Angefangen hatte alles im Jahre 1873 mit Christian Schmidt und Heinrich Stoll in Riedlingen an der Donau. Sie richteten eine mechanische Werkstatt zur Fabrikation von Strickmaschinen ein. Doch schon bald (1880) wurden die Räumlichkeiten zu klein und Herr Schmidt zog nach Neckarsulm um.

Bald verlegte man sich auf die Produktion von Fahrrädern. Als Auftragsarbeit wurden im Jahre 1888 auch Fahrgestelle für den vierrädrigen Daimler Stahlradwagen hergestellt. Seit 1890 wurden auch für die französischen Gebrüder Peugeot Fahrgestelle geliefert. Schon 1901 wurde das erste eigene Neckarsulmer Motorrad mit einem schweizerischen Zedel-Einbaumotor hergestellt und 1906 befaßte man sich mit der Herstellung von eigenen Automobilen. 1909 wurden mit Neckarsulmer Motorwagen bei der Prinz-Heinrich-Fahrt über 1836 km erste Sportlorbeeren gesammelt.

Im Jahre 1927 wurde bei NSU das erste deutsche Fließband für Motorradproduktion in Betrieb genommen. Wegen der wirtschaftlichen Flaute und des rasenden Geldwertverfalls wurde die gesamte Automobilproduktion mit allen technischen Anlagen an Fiat in Turin verkauft. In den nächsen Jahren erfolgte die Konzentration auf das Zweiradgeschäft.

Doch mit dem beginnenden Wiederaufbau Ende der 40er Jahre bis hin zur zweiten Hälfte der 50er Jahre verlegte man sich bei NSU auf die Massenmotorisierung mit preisgünstigen Zweiradfahrzeugen. Angefangen vom Fahrrad über eine ganze Palette von Motorrädern, dem NSU-Autoroller, zunächst mit dem Innocenti Lambretta Lizenzbau über eine verbesserte Prima-D- Konstruktion und nicht zu vergessen, die in Millionenstückzahl hergestellten verschiedenen Quicklytypen. Mitte der 50er Jahre wurde NSU mit Hilfe der Mopeds der größte Zweiradproduzent der Welt. Zahlreiche Rennerfolge der zuverlässigen NSU-Zweiräder und etliche Weltrekorde trugen sicherlich zum guten Ansehen und der Verbreitung der NSU-Produkte bei.

40 Jahre NSU Prinz

NSU Prinz 30Nach der Einstellung der Automobilproduktion im Jahre 1929 wagte man sich in der aufkommenden Wirtschaftswunderzeit im Jahre 1957 wieder offiziell unter die Automobilproduzenten. Der Einstieg in das neue Autogeschäft sollte mit dem NSU Prinz erfolgen. Um den neuen Aristrokraten , den "NSU-Prinzen" gebührend das Licht der automobilen Welt erblicken zu lassen hatte die rührige Werbeabteilung unter Arthur.Westrup keine Mühen gescheut. Die erste öffentliche Vorstellung des NSU Prinz erfolgte am 03.September 1957 auf Schloß Solitude bei Stuttgart unter Mitwirkung der neugekürten Miss World (Petra Schürmann).

Gedanklich basisierte das 600-cm3-Prinz-Triebwerk auf dem Motorradmotor der Max (250 cm3) mit der bekannten Schubstangensteuerung und der obenliegenden Nockenwelle


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40 Jahre Wankelmotor

Am 1. Februar 1957 gab auf dem Prüstand der NSU Motorenwerke der DKM 54 auch als DKM 125 bekannt (ein Drehkolbenmotor mit rotierendem Läufer und rotierendem Gehäuse) seine ersten eigenen Kraftimpulse an die Leistungsbremse ab. Er besaß ein: Kammervolumen von 125 cm3 und eine maximale Leistung von 29 PS bei 17000 min -1 . Für eine Serienproduktion wurde aus dem Drehkolbenmotor durch kinematische Umkehr der einfacher herzustellende NSU-Kreiskolbenmoter entwickelt.

30 Jahre Ro 80

Die offizielle Vorstellung des neuen NSU Mittelklassewagens erfolgte auf der Frankfurter IAA am 14. September 1967. Mitte Oktober 1967 wurde die Produktion des Ro 80 mit dem Zweischeiben Wankelmotor KKM 612 (115 PS /5500 min-1) aufgenommen.

Im Februar 1968 wurde das neue Auto von einer Fachjournalisten-Jury zum "Auto des Jahres" gewählt. Bis 1977 wurden vom Ro 80 37 395 Stück gefertigt. Aus ganz Europa sind mehr als 50 Eigner mit ihren auch heute noch futuristisch wirkenden Fahrzeugen angereist.

20 Jahre NSU-Wankel-Spider-Club Deutschland e.V.

Vom ersten serienmäßig hergestellten Wankelauto der Welt wurden in der Zeit von 1964 -1967 nur 2375 Stück gefertigt. Es hatte 50 PS (37KW) bei 6000 min-1 , wurde von einem im Heck versteckt eingebauten Einscheiben-Wankelmotor mit 500 cm3 , Kammervolumen angetrieben. Da es bei dem kleinen Cabrio schon früh Probleme mit Ersatzteilen und Motordefekten gab, formierte sich 1977 eine wankelbegeisterte Gruppe, aus ihr entstand der NSU-Wankel-Spider Club Deutschland. Mehr als 50 dieser kleinen Flitzer werden in Nienburg zur Jubiäumsveranstaltung erwartet.

Verbesserte NSU-Renner

NSU3TT verbessert

Zu allen Zeiten gab es Tuner, die aus sportlichen Alltagsfahrzeugen mit guten Fahreigenschaften das optimale herausholen wollten. Die Firmen erkannten schnell dieses werbewirksame Marktsgment und nutzten es mit herausgeputzten Spitzenmodellen der jeweiligen Fahrzeugklasse, um Werbung für ihre Alltagsgefährte zu machen. Mehr als 80 verbesserte NSU Limousinen, hauptsächlich der Typ 67, NSU-1000-Baureihe, hauptsächlich die bekannten TT und TTS-Fahrzeuge, werden sich unter die normalen Ableger des Hauses NSU mischen.


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NSU Prinz, Basis der NSU Automobilbaureihe

Natürlich dürfen auch die Einstiegsmodelle Prinz I-III und Prinz 4, von denen während ihrer langen Produktionszeit von 1958 bis 1973 insgesamt über 700 000 Stück gefertigt wurden, nicht in der illustren Runde fehlen. Bei diesen Mobilen erkannt man am Leichtbau, und dem kompakten Motor noch die Wurzeln aus der Zweiradentwicklung. In der Mitte der 50er Jahre war NSU mit Hilfe der massenproduzierten Quickly-Mopeds kurzzeitg zum größten Zweiradproduzenten der Welt aufgestiegen.

Neues NSU-Szenebuch

mit dem Titel NSU- Fahrzeuge, Prototypen und Eigenbauten der Zweizylinder-, Vierzylinder- und Wankeltypen und die Leute, die sich mit solchen Sachen beschäftigen erscheint pünktlich zum 17. Internationalen NSU-Treffen. Es sind mehr als 280 Seiten mit einer Menge Bilder geworden. Es ist im Buchhandel, bei der Prinz IG oder direkt beim Christian Riek Verlag zu bekommen. Die Informationen wurden von Gerhard Geiling in den letzten Jahren zusammengetragen und aufbereitet.

NSU - Fahrzeuge, Prototypen und Eigenbauten von Gerhard Geiling, 288 Seiten, 189 Abb., DM 39,80, ISBN 3-924043-37-X. Das Buch kann direkt beim Christian Rieck Verlag bestellt werden (Postfach 3109, 65746 Eschborn, Tel. 069/447714, Fax 069/447729 oder per Mail). [Bestellen]

Wer mal etwas probelesen möchte, oder wer sich für den Inhalt interessiert, der findet bei GeGe-NSU-Buch einige Ausschnitte (Achtung noch in Arbeit, bitte etwas Geduld !!!!).

Mit prinzlichen Grüßen

Gerhard Geiling


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