Die Wankel Gokarts kommen

Die Firma Wankel-Rotary hat eine Kleinserie von KKM-Gokarts aufgelegt. Ach bei Mid West in England hat man schon einen Prototypen hergestellt.

Wankel- Rotary Gokart

Die Firma Wankel-Rotary hat ihren Einscheiben Flugmotor modifiziert und für den boomenden Gokart-Betrieb umgerüstet. Herausgekommen ist ein Kart der Oberklasse, sowohl von der Leistung als auch vom Einstandspreis.

Bei dem Kartmotor handelt es sich um einen 407 cm3 Motor mit Seiteneinlaß und gemischgekühltem Rotor. Gehäuse und Exzenterwelle werden durch ein Wasserkühlsystem mit seitlich neben dem Fahrer stehenden Kühler auf erträglichen Temperaturen gehalten.

Der normale Motor vom Typ LCR-407 SG/W leistet 41 PS (30KW) bei 6900 min -1 . Das maximale Drehmoment liegt bei 50 Nm und fällt bei 4500 Umdrehungen pro Minute an. Das ganze Kraftpaket wiegt dabei, allerdings ohne Auspuff und Kühler , nur 26 kg. Geschmiert wird das Aggregat mit einem Kraftstoff-Öl-Gemisch von 1:70. Als Öl wird ein vollsynthetisches Motoröl eingesetzt. Der Motor ist komplett wälzgelagert und benötigt keine zusätzliche Ölfüllung. Beim Betrieb des Motors ist von einer typischen Zweitaktfahne nichts zu sehen und zu riechen. Die Gemischaufbereitung übernimmt ein Bing-Vergaser Typ 84/30/115. Gezündet wird die NGK-Kerze (Typ CR8EK) mit einer hallgebergesteuerten Bosch TSZ/H Einfachzündung.
 

Fahreindrücke

Wenn man es sich mit Schutzkleidung und Helm auf dem Kart bequem gemacht hat, oder was man notgedrungen bei der Preßpassung im Sitz so nennt, kann es los gehen. Gestartet wird mit einem normalen Zündschlüssel, wie beim Auto. Auf den Schlag verhilft der Elektroanlasser dem Motor zum Leben. Gleichmäßiger, runder Leerlauf stellt sich sofort ein. Jetzt sind nur noch Gas- und Bremspedal sowie die zerrende Lenkung zu beherrschen. Gangschaltung und Kupplung gibt´s hier nicht. Die Grundübersetzung wird über die Auswahl der Zahnräder der Antriebskette zwischen der Fliehkraftkupplung und der starren, differentiallosen Hinterachse ausgewählt.

Mit dem Gas geben gehts gleich mächtig los. Die Fliehkraftkupplung greift sauber und setzt die Fahrmaschine in Gang. Nach einer langsamen Runde auf dem Slalomkurs in Leese geht es zur Sache. Der Motor dreht ohne murren munter im gesamten Drehzahlbereich. Ich schaffe es nicht, den zulässigen Bereich bis zu 6900 min -1 auszudrehen. Lag es an mir oder war die Strecke einfach nur zu kurvig???

Anscheinend ist die Lenkung wohl nur zum festhalten da, denn das Einlenken an dem 15 cm Lenkrad artet zur Schwerstarbeit für Arme und Handgelenke aus. Viel leichter geht es mit dem Gaspedal, wobei man ein kontrolliertes Ausbrechen des Hecks erreichen kann. Doch bis ich das beherrsche, brauche ich bestimmt noch ein paar Nachhilfestunden. Dieses Pool-Kart, so heißt wohl die Klasse, war nur mit einer hinteren Scheibenbremse ausgrüstet, doch ein silbernes Schwestermodell hatte auch vorne zwei Bremsscheiben.

Die Beschleunigung ist auch ohne schaltbares Getriebe einfach brachial. Die Strecke rast an einem vobei wie bei Bildern vom Formel 1 Rennen im Fernsehen. Mit seinen 41 PS ist das Kart bestimmt auch eines, der am besten motorisierten. Wer noch etwas extra Dampf haben möchte, der kann von Wankel Rotary auch ein feinbearbeitetes Aggregat bekommen, das über 50 PS abgibt. (Näheres siehe unter den technischen Daten)

Das im Vorführkart verwendete Chassis stammt von der Firma HV-Racing aus Friedrichshafen (Tel. 07541/371600), ist aus 32 mm Stahlrohr speziell für 4-takt Karts entworfen, Es hat höhenverstellbare Achsen, vorne einstellbaren Sturz und Spur und eine dreifach gelagerte Hinterachse mit einer 40 mm Achse. Das Chassis wiegt fahrfertig, allerdings ohne Motor und Reifen 53 kg. Der ganze Spaß ist wohl für den Preis eines nagelneuen Kleinwagens zu bekommen, wobei der Motor gemäß Wankel-Rotary Preisliste vom April 98 mit 9976 DM, das Chassis je nach Ausführung mit mindestens 4500 DM und der Betrieb über eine Saison, hoffentlich ohne größeren Schaden mit noch mal mindestens 5000 DM zu Buche schlägt. Kein ganz billiges Vergnügen also, doch bisher ist alles im Prototypenstadium. Die hochfrisierten Zweitakter der jetzigen Spitzenfahrzeuge müssen spätestends nach jedem zweiten Rennen aufwendig reviediert werden, der Wankel soll problemlos die ganze Saison ohne Zwischenüberholung durchhalten.

Technische Daten

Wankel 4-Takt-Kartmotor STANDARD 
Modell STANDARD Kartmotor:  LCR 407 SG/K
Bauart des 4-Taktmotors:  Einläufer-Kreiskolbenmotor mit Vergaser 
Verdichtungsverhältnis:  9,5 : 1
Kammervolumen:  407 cm3 
Leistung bei Drehzahl:  30 kW / 41 PS bei 6800 min-1, dynamisch 
Drehmoment bei Drehzahl:  50 Nm bei 4000 min-1, dynamisch 
Abmessungen über alles: 
L x B x H  400 mm x 490 mm x 265 mm 
Masse: 26 kg 
(Motor mit Vergaser und Luftfilter) 
Kraftstoff-Öl-Gemisch:  Normalbenzin, bleifrei (ROZ 92), Gemisch 1 : 70 
Schmierung:  selbstschmierendes, vollsynthetisches Motorenöl, 
Spezifikation API-TC, Mischungsverhältnis 1 : 70 
Kühlung:  Gehäuse und Exzenterwelle wassergekühlt, Läufer 
gemischgekühlt 
Lagerung: komplett wälzgelagert, gemischgeschmiert 
Starter: Anlassen über externen Anlasser und Adapterstück 
Vergaser: Bing 84/30/115 
Zündanlage:  Bosch TSZ/H Einfachzündung 
Zündkerze:  NGK CR8EK 
 
Wankel 4-Takt Race-Kartmotor 
Modell RACE Kartmotor:  LCR 407 SG/KR
Bauart des 4-Taktmotors:  Einläufer-Kreiskolbenmotor mit Vergaser 
Verdichtungsverhältnis:  9,5 : 1
Kammervolumen:  407 cm3 
Leistung bei Drehzahl:  40 kW / 54 PS bei 7000 min-1, (nicht auf Prüfstand meßbar) 
Drehmoment bei Drehzahl:  60 Nm bei 4000 min-1, (nicht auf Prüfstand meßbar) 
Abmessungen über alles: 
L x B x H  400 mm x ca. 550 mm x 265 mm 
Masse: (Motor mit Vergaser und Luftfilter)  26 kg 
Kraftstoff-Öl-Gemisch:  Normalbenzin, bleifrei (ROZ 91), Gemisch 1 : 60 
Schmierung:  selbstschmierendes, vollsynthetisches Motorenöl, 
Spezifikation API-TC, Mischungsverhältnis 1 : 60 
Kühlung:  Gehäuse und Exzenterwelle wassergekühlt, 
Läufer gemischgekühlt (nur während Erholphase) 
Lagerung: komplett wälzgelagert, 
gemischgeschmiert (nur während Erholphase) 
Starter: Anlassen über externen Anlasser und Adapterstück 
Vergaser: Bing 84/30/115 
Zündanlage:  Bosch TSZ/H Einfachzündung 
Zündkerze:  NGK CR8EK 
Weitere Informationen findet man auf der Wankel-Rotary homepage unter http://www.wankel-rotary.com 
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Midwest Gokart-Prototyp

Midwest hat inzwischen auch die Kartszene entdeckt. Auf dem nordamerikanischen Markt haben sie in Kanada ein dort heimisches Kartmodell mit Überrollkäfig mit einem modifizierten Einscheiben-Wankelmotor ausgerüstet. Es handelt sich um einen modifzierten Flugmotor vom Typ MWE AE50, der ein Kammervolumen von 294 cm3 hat und in der Normalausführung kurzfristig 50 PS bei bei 7500 min-1 leistet Als Dauerdrehzahl sind im Flugzeug 6700 Umdrehungen/min zugelassen. Um dem Kart einige Reserven zum gewinnen mitzugeben, wurden einige Änderungen vorgenommen, die den Motor bis zu 10000 min-1 drehen zu können. Auch europäische Gokart-Hersteller sollen sich schon für den Motor interessiert haben.

 

Als Ausgangsbasis dient der AE 50 Motor
 
The Mid-West GAE 50 R for Ultra (Micro)Lights, Homebuilt or Kit-Planes and for your Certified Aircraft 
TYPE GAE 50
Certification to JAR - 22 available 
Type Wankel - type rotary, Spark ignition 
Displacement 1 x 294 cc's 
Max take Off Power up to 50 BHP (depend on application, please ask for details) 
Compression ratio 9 : 1 
Cooling System 
Housing - 50 : 50 Distilled Water /Ethylene Glycol mix with integral centrifugal pump 
Rotor - Air - belt driven centrifugal fan with inlet filter Thermistor output available for monitoring coolant 
temperature
Net Dry Weight (with gearbox) 33 kg (without optional components) 
Direction of Rotation Clockwise - looking towards the prop flange face (with gearbox) 
Fuel System
Fuel Pressure From Aircraft at 4.5 p.s.i 
- Carburettor Tillotson diaphragm type 
- Type AVGAS 100 LL (Premium 94 RON ) 
Generator max. 18 Amps , 14 Volt (brushless, flywheel mounted) 
Gearbox Integrated helical gears including torsional vibration damper 
Ratio 1 : 0.310
Starter Motor Electric 0.6 BHP, 12 Volt 
Lubrication Total loss via metering pump from separate tank. 
Oil Type Silkolene Comp 2 (others are available soon) 
Propeller Flange 127 mm O.D. with 
- 6 equally spaced 8 mm holes on 100 P.C.D. 
- 6 equally spaced 8 mm holes on 79,4 P.C.D. 
- 6 equally spaced 8 mm holes on 75 P.C.D.SAE 1 
Ignition System Duplicated C.D. with 2 plugs/rotor, Triggered by inductive unit sensing edge of flywheel 
Mounting Crankcase or spider 
Engine performance datas measured at static sea level ratings under the following conditions: 
International Standard Atmospheric conditions at sea level, Accessories unloaded, Coolant outlet temp. 
65°C(± 5°C), Airbox fitted, 20,0" Ram pipes, Power measured at prop flange, Either Approved fuel 
Optional Extras Vacuum Pump Intake Airbox and Preheat Air Valve 
To be supplied by customer Oil tank, Instrument, Fuel pumps, Filter & Primer Radiator - size depends on 
set-up, Silencer
MWE reserve the right to amend the specification without notice 
 

Einige Informationen gibt´s auf der Midwest-Internetseite unter http://www.avnet.co.uk/midwestengines/kart.htm


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Gerhard Geiling
Original bei http://www.home.t-online.de/home/geiling/......

ggkart.htm, Vers. 1.0 vom 26.12.98