NSU Projekte
NSU Prinz 47/67

Hier wird der Umbau eines NSU Prinz 4 in ein straßenzugelassenes Fahrzeug mit 40 PS Vierzylinder Hubkolbenmotor beschrieben.

 

 


Prinz 4 mit 40 PS Vierzylinder

Da mein Prinz 4 im Sommer als Alltagsauto genutzt werden sollte, das Zweizylinderaggregat aber den heutigen Erfordernissen des Straßenverkehrs nicht mehr so recht gewachsen war und seinen Dienst häufig zur unpassenden Zeit quittierte, wurde ein TÜV-gerechter Umbau zu einem vierzylindrigen Prinz 4 im Jahre 1988 in die Tat umgesetzt. Eigene Versuche mit einem Sportprinz zu Beginn der 80er Jahre mit Rückschlägen und die Besichtigung einiger englischer Umbauten auf dem 8. Internationalen Treffen ließen den Plan gut gedeihen.

Das Auto sollte äußerlich und am Fahrwerk nur möglichst wenig geändert werden. Um eine TÜV Abnahme erlangen zu können, muß die Erstzulassung des Fahrzeuges vor Oktober 1971 sein (wegen der Abgasbestimmungen).

Die Umrüstung auf das Fahrwerk und die Bremsanlage des NSU 1000 mit Scheibenbremsachse wurde durchgeführt. Falls der Prinz 4 diese bereits besitzt (sie war wahlweise gegen Aufpreis lieferbar, oder bei der Italienausführung), sind an der Bremsanlage keine Änderungen nötig.

Zum Einbau des kompletten Typ 67 NSU-1000-C-Antriebsaggregates in den Motorraum des Prinz 4 ist eine Modifikation der vorderen Motoraufhängung an die Prinz 4 Verhältnisse nötig. Als gute Lösung für die Antriebswellen haben sich, gegenüber den originalen NSU-1000-Antriebswellen modifizierte Antriebswellen vom Simca 1000 mit außenliegenden Kreuzgelenken erwiesen. Oberhalb der Lichtmaschinenhalterung ist an der Karosserie ausreichend Platz zu schaffen, um die Gleichstrom- oder Drehstromlichtmaschine einwandfrei montieren zu können.

Die Heizungsanlage kann ohne Änderungen im vorderen Bereich vom Prinz 4 und hinten vom 1000er Antriebsaggregat übernommen werden. Der Heizklappenkasten am hinteren Tunnelanschlubstutzen ist um mindestens 50 mm nach vorn zu verlegen ( besser so weit es geht).

Zum Ausgleich des höheren Motorgewichtes ist es erforderlich, die hinteren Federn durch 10 ﷓ 15 mm Gummidistanzringe höher zu setzen.

Die Vorderachse ist mit modifizierten unteren Federtellern tiefer zu setzen (bis zu 15 mm möglich).

Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die komplette hintere Motoraufhängung vom 1000er Motor-Getriebeblock in die Prinz-4-Karosserie zu versetzen.

Allerdings müssen einige tiefgreifende Änderungen durchgeführt werden. Das untere Tragrohr muß zusätzlich als Befestigung der verbleibenden Prinz-4-Pendelachsschwingen verwendet werden.

Ein verstärktes Rohr oder ein gleichwertiges U﷓Profil muß angefertigt werden. Die Pendelachsrohre müssen auf einer Biegemaschine passend für die NSU-1000-Antriebseinheit nachgerichtet werden.

Auf einwandfreie Achsgeometrie ist hierbei unbedingt zu achten. Die Befestigung der seitlichen Tragrohrhalter erfolgt demontierbar an den originalen seitlichen Befestigungspunkten im Radhaus.

Der Luftansaugschacht ist für die Erfordernise an der Heckklappe des Prinz 4 abzuändern. Für den Luftansaugkanal des NSU-1000-Motors ist ein neues Teil aus Blech anzufertigen. Über einen schrägen Trichter mit aufgesetzten Luftsammelkasten, optisch ähnlich der Prinz-4-Version, kann die Luft über das linke Gitter der Heckklappe ansaugt werden. Der neue Saugschacht ist mittels eines Befestigungswinkels am Zylinderkopf zu befestigen.

Bei Verwendung von Scheibenbremsen ist auf den Einbau der verbreiternden Bremstrommeln hinten zu achten (Verbreiterung ca. 13mm/Seite). Die Vorderachse wird komplett mit NSU-1000-Bauteilen aufgebaut. Die Pedalerie von Prinz 4 und NSU 1000 ist unterschiedlich. Das originale Pedalhebelwerk muß weiterhin verwendet werden.

Wegen der geänderten Fahrwerksabstimmung sind 145SR12-Reifen auf 4,5x12-Zoll-Felgen oder wahlweise auf 5-Zoll-Ronal-Alufelgen montiert.

Die Fahrleistungen entsprechen einem guten Prinz 1000. Das Fahrwerk ist durch modifizierte Koni-Dämpfer hart und liegt tief, daher sind Schlaglöcher mit etwas Vorsicht anzugehen, die Kurvengrenzgeschwindigkeit liegt wesentlich höher als beim Prinz 4 mit der Originalabstimmung. Im Sommer kann es dem kräftigeren Aggregat im engen Motorabteil schon mal ordentlich warm werden. Ein Ölkühler im Saugschacht hat sich als Motorheizer erwiesen, daher wurde wegen der neutralen Optik ein VW-Ölkühler am Bodenblech rechts hinter dem Batterieabteil montiert.